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WWWissen: HTML5 versus Adobe Flash

April 2012

Werber sprechen über Werbung! Ein Streifzug durch die eigene Branche.

Heute: DIE ALTERNATIVE ZU ADOBE FLASH


Als Anfang 2010 der Branchenriese Apple bekannt gab, Adobe Flash, die meistgenutzte Plattform zur Programmierung und Darstellung multimedialer, interaktiver und animierter Inhalte, von seinen mobilen Endgeräten zu verbannen, löste das in der virtuellen Netzwelt einen wahren Glaubenskrieg aus.

Immerhin zählte der Flash Player zu diesem Zeitpunkt zu den erfolgreichsten Plugins. Zeitweise waren 97 Prozent aller weltweit internetaktiven Rechner für die Browser-Erweiterung von Adobe zugelassen. Die Ächtung durch Apple war für den US-Softwarehersteller daher ein harter Schlag und hat eine weitreichende Entwicklung in Gang gesetzt.

Die Folge: Aufgrund der Übermacht von Apple mit seinen iPhones und iPads entwickelt Adobe das Flash für Mobilgeräte nicht mehr weiter und setzt stattdessen auf die alternative offene Web-Sprache HTML5. Branchenkenner gehen davon aus, dass in Zuge dessen Flash langfristig auch von vielen Desktop-Rechnern verschwinden wird.

Der Vorteil von HTML5 gegenüber Flash: Es muss keine zusätzliche Erweiterung geladen, installiert und regelmäßig aktualisiert werden. Der Nachteil, fast 80 Prozent aller im Internet animierten und videobasierten Seiten werden mit Flash angezeigt.

Was muss ich als Anbieter von Web-Pages beachten?

Was bedeutet das also für den Anbieter beziehungsweise Entwickler von Web-Pages? Müssen jetzt alle Flash-basierten Seiten umgestellt werden? Langfristig ist das sicher sinnvoll, obwohl hier keine Panik verursacht werden muss. Denn die Umstellung kann abhängig von der Komplexität der Seiten sehr einfach sein. So können integrierte Videos relativ schnell auf einen anderen Player umgestellt werden.

Bei komplizierten Vektordesigns oder 3D-Animationen sieht es da schon anders aus: Sie werden auch zukünftig nicht um Flash herumkommen, da das Anwendungsspektrum und der Funktionsumfang in diesem Bereich bei Adobe Flash einfach unerreichbar sind. Beispielsweise für Architekturanwendungen wird deshalb auch in Zukunft Flash unumgänglich sein, aber diese User haben sowieso den Flash Player auf ihrem Rechner.

Stellt sich die Frage, ob eine neue Internetseite, die bestimmte multimediale Elemente enthalten soll, in Flash oder HTML5 angelegt werden sollte. Bei Headquarters Hamburg ist man sich einig: Flash nur benutzen, wenn man aufgrund der Komplexität nicht darauf verzichten kann. Ansonsten auf jeden Fall auf HTML5 zurückgreifen.

Allerdings steckt man als Anbieter auch in einer gewissen Zwickmühle. Habe ich eine Flash-Seite, schließe ich die große Masse der iPhone- und iPad-Besitzer aus. Stelle ich jedoch auf HTML5 um, ist aber ebenfalls meine Zielgruppe eingeschränkt. Denn viele Browser sind nicht HTML5-fähig.

So unterstützt der Internet Explorer 9 (IE9) von Microsoft zwar HTML5. Dieser läuft aber nicht auf dem Windows XP-Betriebssystem, was in vielen Firmen noch gängig ist. Das bedeutet, das sämtliche HTML5-Features nicht angezeigt werden können.

Wer sein Betriebssystem und vor allem seinen Browser immer aktuell und auf dem neuesten Stand hält, der wird als Anwender mit HTML5-Formaten jedoch keine Probleme haben.

Dass die Fragestellungen um HTML5 und Flash nicht einfach und pauschaliert beantwortet werden können, zeigt ein praxisnahes Beispiel aus der Werbung. Animierte Online-Banner werden zu fast 100 Prozent als Flash-Files angelegt. Headquarters Hamburg als Werbeagentur würde für seine Kunden gerne HTML5-Banner erstellen, damit die Werbung auch auf iPhones und iPads dargestellt werden kann. Leider sind wir davon noch weit entfernt, da die meisten Portale, auf denen Werbung geschaltet wird, ausschließlich Flash-Files akzeptieren. Hier besteht also noch Nachholbedarf seitens der Anbieter.

Wenn Sie Fragen zu dem Thema haben oder Unterstützung für Ihre Web-Page benötigen, dann sprechen Sie gerne unseren Internet-Experten Jan-Marc Ulrich an: Tel. 040-87 87 999-21, jmulrich@hqhh.de.

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